Weinrunde Pfälzer Musikantenland auf Zeitreise ins Rokoko

Zu einer spannenden Zeitreise in die Epoche des zu Ende gehenden Rokokos und beginnenden Klassizismus lud die Weinrunde am 20. Februar Weinbrüder mit Begleitung und Gäste ein.
Im Mittelpunkt des Abends stand das Leben von Carl II August Christian von Pfalz – Zweibrücken (1746 – 1795), der später als „Hundskarl“ in die Geschichte eingehen sollte.
Geboren in Düsseldorf waren Heidelberg und Mannheim Lebensstationen, bevor er nach dem Tod seines Onkels Herzog von Pfalz-Zweibrücken wurde - eines Wittelsbacher Nebenlandes. Er regiert zunächst von Zweibrücken sein Herzogtum, bevor er das Sommerschloss seines Vorgängers in Jägersburg bei Homburg und anschließend sein neu errichtetes Schloss auf dem Carlsberg bezog - ein Residenzschloss in verschwenderischer Pracht. Schloss Carlsberg wird zur größten Landresidenz des 18. Jahrhunderts in Europa - vergleichbar nur noch mit Schloss Versailles.
Näher beleuchtet wurde das höfische Leben der Zeit: Speisegewohnheiten und Tischsitten, die Trinkkultur und Unterhaltung bei Hofe, Tanz und Mode, Unterhaltung und Jagd.
Hinweise zum Schönheitsideal im Rokoko, zu Kuriositäten wie der Methode, Flöhe zu fangen, woraus die künstliche Augenbraue bestand oder zur gängigen Hygienepraxis dieser Zeit sind heute kaum noch nachvollziehbar. Fremdartig auch die Bedeutung der Position des Schönheitsflecks oder die der angewandten Fächersprache. Aber diese nonverbale Kommunikation entsprach noch immer der alles bestimmenden Etikette.
Herzog Carl II August, Inbegriff des absolutistischen Despoten und Tyrannen, muss schließlich in der Folge der Französischen Revolution fliehen und stirbt hochverschuldet und ohne die erhoffte Kurfürstenwürde.
Schloss Carlsberg wird zerstört, wobei Teile der Innenausstattung zuvor nach Bayern gerettet werden konnten, wo sie heute noch in München und verschiedenen bayrischen Schlössern bewundert werden können.
Ein dreiteiliges „Carl-August-Menü“ nach Rezepten des 18. Jahrhunderts rundete danach kulinarisch im Restaurant „Zum alten Keiler“ diese interessante und unterhaltsame Zeitreise in die Geschichte ab.