Besuch der Weinrunde Pfälzer Musikantenland am 30.3.26 im Ordenshaus

Wie das Musikantenland und die Weinrunde zu ihrem Namen kamen

Lag es an dem angekündigten „Musikantenlandbraten“ oder an der „Oompha-Houseband“ oder letztlich doch am Referenten des Abends, WB Robert Renno, der wieder einmal mit einer sehr interessanten Thematik, am vergangenen Montag das Ordenshaus bis auf den letzten Platz füllte? Ordensmeister Oliver Stiess konnte 129 Zuhörer begrüßen, darunter etliche Damen und eine stattliche Anzahl von Weinbrüdern aus dem Muskantenland - Rekordkulisse für das Ordenshaus!

Die Weinrunde trägt den Namen „Pfälzer Musikantenland“. Aber woher stammt der Name? Diese Frage sollte beim „Musikantenland-Abend“ innerhalb der Montagsweinrunde geklärt werden.

Dass dazu wohl niemand besser geeignet ist als unser Weinbruder Robert Renno, bestätigte dieser wieder einmal mit seinem gekonnten und sachlich äußerst fundierten Vortrag an diesem Abend.

Nachdem man sich mit einem „Musikantenlandbraten“ von WB und Metzgermeister Klaus Seifert aus Offenbach-Hundheim passend mit Musikantenlandbrot der Bäckerei Kissel aus Reichenbach gestärkt hatte, erfuhren die zahlreich erschienen Weinbrüder und ihre Begleitung zunächst Interessantes über den Namensursprung des Pfälzer Musikantenlandes.

Im bebilderten und sehr anschaulichen Vortrag von WB Robert Renno wurde deutlich, dass das Entstehen des Pfälzer Wandermusikantentums letztlich der wirtschaftlichen Not im 19. Jahrhundert in der Westpfalz geschuldet war. So machten sich ab ca. 1830 Musikkapellen auf, um in Frankreich, der Schweiz und dem übrigen Europa mit ihrer Musik als umherwandernde Musikanten den Lebensunterhalt für die ganze Familie zu erarbeiten. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts erweiterte sich der Wirkungskreis, und die ehemaligen umherwanderten Musikanten spielten jetzt in festen Engagements als Schiffs-, Kur- oder Zirkuskapellen in der ganzen Welt auf: Von Schottland bis Australien und von Amerika bis nach China. In der Blütezeit um 1900 waren jährlich von Ostern bis zum Herbst schätzungsweise 2500-3000 Musikanten aus diesem Teil der Westpfalz weltweit unterwegs. Währenddessen war die auf Zeit alleinerziehende Mutter bei der Abwesenheit des Ehemannes zwangsläufig Familienoberhaupt und Wirtschafterin. Mit Beginn des Ersten Weltkrieges und späteren technischen Entwicklungen fand das Wandermusikantentum sein Ende. Die Erinnerung an diese außergewöhnliche Epoche in der Geschichte der Westpfalz wird bis heute u.a. in zwei Museen im Musikantenland bewahrt.

 

Bildquelle: Andreas Veh

 

Unterbrochen wurden die Ausführungen durch Musikbeiträge der Oompha-House-Band aus Kollweiler unter Leitung von WB Karlheinz Reißmann, die historische Kompositionen der Wandermusikanten zu Gehör brachte. Sehr zur Freude der Weinbrüder ergänzten sie ihre Darbietungen sogar noch mit dem „Ordenslied“ und dem „Pfälzer Lied“, was natürlich noch für zusätzliche Stimmung im Ordenshaus sorgte!
WB Gerd Schmidt-Zöllner nahm danach in einer emotionalen Rede Bezug auf den Namen der Weinrunde. Er skizzierte die Gründungsgeschichte der Weinrunde, die mit Blick auf diese weltweit einmalige Entwicklung mit einem gewissen Stolz den Namen Pfälzer Musikantenland trägt und damit ihre Verbundenheit zur Pfalz und dem Musikantenland zum Ausdruck bringt.

 

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(v.l.n.r.: WB Karlheinz Reißmann, Ordenskanzler Karl-Heinz Bauer, WB Gerd Schmidt-Zöllner, WB Robert Renno)
Bildquelle: Andreas Veh

 

So gab es denn an diesem gelungenen Musikantenland-Abend Authentisches zu schmecken, zu sehen und zu hören. Mehr „Musikantenland“ ging nicht!

Dieser Ansicht war nicht nur unser Ordenskanzler Karl-Heinz Bauer, was er mit seinen Dankesworten an die Beteiligten auch ausdrückte, sondern auch die übrigen Besucher.

Wieder einmal eine überaus gelungene Veranstaltung, gestaltet von unseren Weinbrüdern aus dem Musikantenland unter der „Regie“ von WB Robert Renno. Vielen Dank dafür und „auf ein Neues“ im nächsten Jahr!

 

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Bildquelle: Andreas Veh