Ein außergewöhnliches Essensangebot und ein interessantes Vortragsthema lockten am vergangenen Montag ca. 90 Weinbrüder in unser Ordenshaus. Sie alle mussten ihr Kommen sicherlich nicht bereuen. Beides passte: Die vorzügliche Hirschhaxe mit passenden Beilagen (großes Kompliment an unser Küchenteam!) und der sehr interessante Vortrag zum Thema „Das Hochstraßensystem in Ludwigshafen“. Dieser wurde gehalten von einem absoluten Spezialisten, unserem Weinbruder Eberhard Küssner, der sich in seiner kurzen Vita als „Gesamtprojektleiter für das Hochstraßensystem Ludwigshafens“ vorstellte. Entsprechend professionell und profund erläuterte er in seinem ausführlichen Vortrag die Neugestaltung des Ludwigshafener Hochstraßensystems, insbesondere dessen nördlichem Teil: Abriss der derzeitigen Hochstraße einschließlich „Rathauscenter“ und „Würfelbunker“, Neubau der etwa ein Kilometer langen Stadtstraße, der „Helmut-Kohl-Allee“, bis hin zu deren Anbindung an die Kurt-Schumacher-Brücke („Nordbrückenkopf“). Immer wieder visualisiert durch entsprechende Bilder, Pläne und kurze Filmsequenzen, erklärte er äußerst detailliert u.a. die Abrissarbeiten, die Arbeiten „unter Tage und die anstehenden Straßen- und Brückenkonstruktionen. Dabei wies er auch auf zusätzliche Probleme hin, die im Vorfeld der eigentlichen Arbeiten bewältigt werden mussten, z.B. die Suche und das Entschärfen von Weltkriegsbomben oder die „Evakuierung“ einer großen Anzahl von Eidechsen und deren Wiederansiedlung auf Ersatzhabitaten („Eine Eidechse hat das Recht auf 80m² Wohnfläche“ ((Zitat Küssner)). Auch die bevorstehenden verkehrstechnischen Probleme und ihre Lösungsmöglichkeiten waren ein Teil seines Vortrags.
Natürlich hat der Referent auch nicht mit Daten und Zahlen gespart. Hier einige der wichtigsten Angaben:
Einweihung der neuen Hochstraße Süd: Voraussichtlich Juli 2026.
Ab 1.4.26: Abbruch des Würfelbunkers.
Ab 1.8.26: Sperrung der Rheinuferstraße und des gesamten Nordbrückenkopfs zur Auffahrt auf die Kurt-Schumacher- Brücke für ca. vier Jahre.
Fertigstellung des gesamten Straßenprojekts: Voraussichtlich Ende 2032.
Kosten des gesamten Projekts: Geplant waren 685 Mio. €, am Ende werden es im Zuge der Preissteigerungen ca. 1,2 Mrd. Euro sein.
In diesem Zusammenhang wies WB Küssner mit Stolz darauf hin, dass die Bauarbeiten voll im Zeitplan lägen und auch der Kostenplan wohl eingehalten werden könne.
Fazit: Wiederum ein sehr gelungener, äußerst informativer und spannender Vortrag eines Weinbruders. Schön, dass wir solche Experten in unserer Gemeinschaft haben!
Bernd Dieffenbacher


