„Von Bäumen und Menschen. Ein- und Auswanderung in die Alte und Neue Welt – eine forsthistorische Analyse
(Vortrag Prof.Dr.Dr. Eduard Schmidt, 2.11.2026)
Mit Prof. Dr. Dr. Eduard Schmidt war am vergangenen Montag ein ehemaliger Professor für Wald- und Forstgeschichte der Universität Freiburg im Ordenshaus zu Gast. In seinem knapp einstündigen, sehr kurzweiligen und anschaulichen Vortrag zeigte er auf, wie der Rückgang der Wälder in Deutschland zur Auswanderungswelle beitrug und was in Folge in Nordamerika geschah.
Seit der 2. Hälfte des 17.Jh. sicherten u.a. reichlich vorhandene Waldressourcen des nordamerikanischen Kontinents die Existenz deutscher Emigranten verschiedenster religiöser Minderheiten.
Im 18. und 19.Jh. wurde die deutsche Auswanderung durch klimatisch- wirtschaftliche Gründe sowie regional aufkommende Holzversorgungsengpässe und harte Forstgesetze (z.B. in der bayrischen Pfalz) noch verstärkt und führte ab ca. 1815 zur Massenauswanderung nach Nordamerika. Die meisten der Auswanderer aus der Pfalz fanden ihr Auskommen zunächst zum Teil auf Holzkohle basierten Eisenhütten in Pennsylvania und New York, bevor viele von ihnen später westwärts in das „Land der Indianer“ zogen, mit denen sie über lange Zeit friedlich zusammenlebten. In dieser Zeit wurden wuchskräftige nordamerikanische Baumarten wie Douglasie oder Robinie nach Deutschland exportiert, um deutsche Wälder wieder aufzuforsten. Dies führte zu einer starken Abholzung (bis zum Kahlschlag) amerikanischer und kanadischer Waldflächen.
Seit Mitte des 19.Jh. waren dann erstmals in den USA und teilweise auch in Kanada große Waldrückgänge zu verzeichnen und es wurden erstmals Kahlflächen systematisch aufgeforstet.
Gegen Ende des 19.Jh. kam es dann zu einem deutsch-amerikanischen Fachaustausch im Forstwesen. Es erfolgte nicht nur ein Wissenstransfer nach Amerika, sondern auch dortige forstwissenschaftliche Ausbildungen mit preußischen Aufbau- und Aufforstungsprogrammen.
Mit einem kurzen Überblick über die Entwicklung und der derzeitigen Situation der deutschen Forstwirtschaft (von den ehemals vorherrschenden Monokulturen aus vorwiegend Fichten und Kiefern zu heutigen und künftigen Mischkulturen) schloss Prof. Schmidt seinen eindrucksvollen und sehr interessanten Vortrag.
„Gerne wieder im neuen Jahr“ lautete der zustimmende Kommentar der meisten der anwesenden ca. 65 Weinbrüder während der Dankesworte an den Referenten durch unseren Ordenskanzler Karl- Heinz Bauer.
Bernd Dieffenbacher


